Grussworte



Herzlich willkommen in Würzburg!

OB Christian SchuchardtIch freue mich sehr, dass der Kongress für Psychotherapie und Seelsorge bereits zum dritten Mal in Folge hier stattfindet, und lade Sie ein: Nehmen Sie sich auch Zeit, um den kulturellen und kulinarischen Reichtum einer der schönsten Städte Deutschlands zu entdecken und zu genießen! Aus einer über 1300-jährigen Geschichte verfügt die Metropole Mainfrankens über ein reiches Erbe an einzigartigen Baudenkmälern und außergewöhnlichen Kunstschätzen.

Die ehemalige Residenz der Würzburger Fürstbischöfe zählt zum UNESCOWelterbe. Das Mainfränkische Museum auf der Festung zeigt die weltweit größte Ausstellung von Werken Tilman Riemenschneiders, des bedeutendsten deutschen Bildhauers der Gotik. Das Museum im Kulturspeicher beherbergt eine repräsentative Sammlung Konkreter Kunst in Europa nach 1945. Das Museum am Dom stellt Tradition und Moderne spannend einander gegenüber. Und nach dem Kunstgenuss laden stimmungsvolle Weinstuben dazu ein, den Tag bei einem Glas Frankenwein ausklingen zu lassen.

Über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist Würzburg auch als Stadt der Wissenschaft. Unsere drei Hochschulen glänzen in vielen Bereichen mit Spitzenleistungen und die inzwischen über 35.000 Studierenden erhalten unsere Stadt jung und dynamisch. Gerade die Beschäftigung mit Medizin und Psychologie hat hier eine große Tradition, die sich in der Gegenwart fortsetzt. Wie der Blick auf die türmereiche Silhouette zeigt, ist Würzburg zugleich eine besonders christlich und kirchlich geprägte Stadt.

Ein dem fachlichen Austausch von Psychotherapeuten und christlichen Seelsorgern dienender Kongress findet hier also ein sehr anregendes Umfeld. Das diesjährige Kongressthema ist angesichts der Flüchtlingsproblematik von hoher Aktualität und großer gesellschaftlicher Relevanz. Ich wünsche Ihrer Tagung deshalb eine weite Ausstrahlung und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern neben interessanten und anregenden Vorträgen und Diskussionen einen unvergesslichen Aufenthalt im Herzen Mainfrankens.

Christian Schuchardt
Oberbürgermeister



Bild vom 19.07.2016Das Fremde ist wieder zum Thema geworden. Die großen Veränderungen und Umbrüche weltweit und in Europa, im politischen und gesellschaftlichen Bereich, lassen die wenigsten unberührt. Viele sind aufgewühlt durch die Bilder von Gewalt, Krieg und scheinbar grenzenlosem Hass und durch den schriller werdenden Ton der Debatten. Die Angst geht um wie ein Gespenst, Sicherheiten brechen weg. Nicht wenige haben ein Gefühl des Unbehagens oder sogar der Angst gegenüber dem, was sie als fremd empfinden. Sie empfinden es als diffus, ungreifbar, dunkel und damit auch bedrohlich. Schnell ist man dann dabei, das Fremde dem anderen zuzuschreiben, um es sich so weit wie möglich vom Leib zu halten.
Dabei böte die Begegnung mit dem Fremden die Chance zu begreifen, dass das Fremde immer auch ein Teil meiner selbst ist. Niemand kann im Ernst meinen, um alle Ecken und Winkel der eigenen Person zu wissen – vieles bleibt im Verborgenen, ist auch dem eigenen Zugriff entzogen. Das mag bedrohlich erscheinen und öffnet doch den Blick für den anderen. Vielleicht erkenne ich in ihm oder ihr nur wie in einem Spiegel mich selbst, den Fremden in mir. Die Begegnung zwischen dem Ich und dem Du ist damit immer eine Begegnung mit sich selbst und zugleich mit dem, was Nicht-Ich ist und bleibt.
Schon mich selbst erkenne ich nur begrenzt, um wieviel weniger das Du! Das gilt für das kleine du und noch viel mehr für das große Du, wie Martin Buber den anderen Menschen und den ganz Anderen – Gott – so pointiert bezeichnete. Auch wenn wir im Glauben sagen können, dass Gott uns besser kennt als wir uns selbst, bleibt er uns doch geheimnisvoll entzogen. Wir haben ihn nicht. Gott wäre nicht Gott, wenn nichts Fremdes in ihm wäre.
„Das Fremde. In mir, in dir, in Gott“ so heißt das Thema des 9. Internationalen Kongresses für Psychotherapie und Seelsorge 2017. Diesem Thema nachzuspüren und darüber nachzudenken, wird die Tage dieses Kongresses prägen.
Dazu wünsche ich von Herzen gutes Gelingen und Gottes Segen.

Ihr
Heinrich Bedford-Strohm
Landesbischof



Ulrich BoomZum Kongress der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge möchte ich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Weihbischof und Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat Würzburg herzlich hier willkommen heißen. Ich freue mich, dass Sie unsere Stadt Würzburg ausgewählt haben, um sich hier einem brennend aktuellen Thema zu widmen.

"Das Fremde" ist ein Thema, das uns tagtäglich in vielen verschiedenen Varianten in den Medien begegnet. Nicht selten wird es benutzt, um zu polarisieren, Ängste zu schüren und Stimmung zu machen.
Umso mehr überrascht der Titel dieses internationalen Kongresses: „Das Fremde. In mir, in dir, in Gott.“
Hier wird das Fremde als selbstverständlicher, als integraler Teil eines jeden Menschen, gesehen. Der Bogen wird gespannt von der Auseinandersetzung mit den eigenen, fremden Anteilen und dem, was im anderen so fremd erscheint. Bereits die Auseinandersetzung mit dem scheinbar Fremden bewirkt eine Annäherung und damit das Schwinden von Ängsten. Das Alte wie das Neue Testament sind voll von Geschichten, die diese Erfahrung beinhalten.

Psychotherapie und Seelsorge gehen auf unterschiedliche Weise auf diesen Themenkomplex zu. Beiden Disziplinen liegt jedoch zu Grunde, dass „das Fremde“ sie nicht erschreckt oder gar abschreckt, sondern, dass sie dies als integralen Bestandteil des menschlichen Lebens betrachten und integrieren möchten. So wollen sie Menschen auf dem Weg zu Ganzheit, zu Heilung und letztlich zum Heil begleiten.

Sie werden sich berufsgruppenübergreifend und konfessionsverbindend begegnen, den Austausch pflegen, voneinander und miteinander lernen und sich gegenseitig bereichern. So leben Sie das, was das Thema beinhaltet, auch in diesen Tagen: Sich dem eigenen Fremdsein stellen und daran wachsen. Das Fremde im anderen nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung entdecken. Und letztlich das Fremde als Wesensmerkmal Gottes erkennen und aushalten lernen. Wer diesen Dreischritt vollzieht, wird sich ändern. Dann wird jede Begegnung mit dem Fremden auch eine Begegnung mit Gott.

Möge dieser internationale Kongress für Sie persönlich und für die Menschen, die Ihnen am Herzen liegen, Bereicherung und Ermutigung sein. Mögen Sie Zeit und Gelegenheit finden, auch die Schönheiten unserer Stadt zu entdecken und zu genießen.

Ulrich Boom
Weihbischof in Würzburg
Leiter der Hauptabteilung Seelsorge